Besucherzentrum „Gärten der Welt“, IGA 2017, Berlin

Mit der Internationalen Gartenausstellung und dem neuen Besucherzentrum für die „Gärten der Welt“ entstand nicht nur ein neuer Besuchermagnet, sondern auch attraktiver Lebensraum für die Menschen in Berlin-Marzahn. Planer und Bauherr entschieden sich bewusst für robuste, langlebige und nachhaltige Materialien – und für ein einzigartige Dachbegrünung, die das mit EVALASTIC® abgedichtete Dach zu einem Experimentierfeld für Artenvielfalt verwandelte .

Neues Besucherzentrum für die „Gärten der Welt“

Berlin-Marzahn ist einem Großteil der Bevölkerung wohl vor allem aufgrund einer gewissen „Cindy“ im Gedächtnis. Das wird dem seit 1920 zu Berlin gehörenden Stadtteil allerdings nicht gerecht. Immerhin steht der Ortskern des auf ein mittelalterliches Angerdorf zurückgehenden Stadtbezirks schon seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz. Größte Bekanntheit erlangte Marzahn noch zu DDR-Zeiten. Hier entstand die größte Plattenbausiedlung auf dem ehemaligen Gebiet der DDR und trug auch den gleichen Namen. Weniger bekannt ist, jedenfalls im Westen der Republik, dass in Marzahn Ende der 80er Jahre anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins die Berliner Gartenschau entstand. Zentrum der heute unter dem Namen Erholungspark Marzahn bekannten Grünanlage ist der Kienberg. Geformt wurde die ursprünglich 15 Meter hohe Erhebung in der Eiszeit. Ergänzt durch Müll, Bauschutt und Erdaushub wuchs der „Berg“ zu DDR-Zeiten nochmals um weitere 50 Höhenmeter.

Dauerhafter Gewinn

Heute zählt der Kienberg samt seiner Umgebung auch gestalterisch zum Höhepunkt des Ortsteils. Anlässlich der Internationalen Gartenausstellung IGA 2017 wurden knapp 60 Hektar neu erschlossen, kultiviert und integriert. Allein 43 Hektar steuerten die „Gärten der Welt“ als Teil des Erholungsparks Marzahn dazu bei. Unter der gestalterischen Leitung der Berliner Landschaftsarchitekten Christof Geskes und Kristina Hack wurden Bestandsgelände mit den Erweiterungsflächen zu einer Anlage zusammengefasst. Dabei ging es den Machern um mehr als „nur“ die 185-Tage-Ausstellung von Ostern bis Oktober. Vielmehr stellt die Erweiterung der Gärten einen dauerhaften Gewinn für den baulich wie sozial zerrissenen Stadtteil dar.

Neues Besucherzentrum

Zum Masterplan gehörten eine Vielzahl gestalterischer und baulicher Maßnahmen, angefangen von einem seit 2013 im Bau befindlichen „Englischen Garten“, über eine neue Freilichtbühne, einen Kinderspielplatz, Wasserwelten, Themengärten und eine Tropenhalle bis hin zu einem neuen Besucherzentrum. Bisher kamen jährlich rund 800.000 Besucher in die „Gärten der Welt“; während und nach der IGA sollen es deutlich mehr werden. Auch deshalb wurde ein neues Besucherzentrum erstellt, dass zugleich als Haupteingang am Blumberger Damm dient.

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit entschieden sich die Architekten bewusst für robuste, langlebige und nachhaltige Materialien, da diese pflegeleicht sind und über einen langen Zeitraum ansehnlich bleiben. Das gilt gleichermaßen für die Abdichtung der rund 2.000 m² umfassenden Flachdachflächen des Besucherzentrums, die aufwändig begrünt wurden. Bauherr und Planer entschieden sich für die weltweit einzige homogen schweißbare EPDM-Dachbahn EVALASTIC®.

Artenreicher Lebensraum Dach – natürlich abgedichtet mit EVALASTIC®

Neben der homogenen Verschweißbarkeit ist es vor allem das ökologische Profil, welches das EVALASTIC®-System unter all den modernen Kunststoff und Elastomer-Dachbahnen so einzigartig macht. So ist ist die Hochleistungs-Dach- und Dichtungsbahn absolut chlorfrei und auch frei von jeglichen chlorierten organischen Verbindungen.

Auf die hochwertige, durchwurzelungs- und rhizomfeste Abdichtung mit EVALASTIC® folgte in Marzahn eine einzigartige Dachbegrünung. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Handwerk und Industrie installierte der Deutsche Dachgärtner Verband verschiedene Biodiversitätsmodule, die das knapp 2.000 m² große Dach in ein Experimentierfeld für Artenvielfalt verwandelten. Denn durch unterschiedliche Gestaltungsmaßnahmen und die Berücksichtigung grundlegender Biodiversitätsprinzipien kann die Biotop-Funktion begrünter Dachflächen gezielt gefördert werden. Auf dem Dach des Besucherzentrums in Berlin wurden hierzu die herkömmliche Extensivbegrünung mit einem Mosaik verschiedener Biodiversitätsmodule ergänzt. Dazu zählen die Modulation der Substratoberfläche über unterschiedliche Höhen, die Verbesserung der Substratqualität, vegetationsfreie Bereiche wie Sandlinsen und Grobkiesbeete, temporäre Wasserflächen, spezielle Pflanzenauswahl, Nisthilfen für Insekten und das Auslegen von Totholz. Hierdurch soll sich das Dach des Besucherzentrums im Laufe der Zeit zu einem besonders artenreichen und ökologisch wertvollen Lebensraum entwickeln. Besucher haben die Möglichkeit, das Dach über eine neben dem Gebäude angeordnete Plattform zu besichtigen.

Objektdaten

Objekt:Besucherzentrum „Gärten der Welt“, IGA 2017, Berlin
Bauherr:Grün Berlin GmbH, Berlin
Architekt:Architekturbüro ww+, Esch-sur-Alzette; Prof. Junker + Kollegen Landschaftsarchitektur
Verarbeiter:Kühne Dachsysteme GmbH, Chemnitz
Material:EVALASTIC® V 1,5 mm
Bauart:Neubau
Baudatum:2017
Dachfläche m2:2.000

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