6. Verlegearten und Lagesicherung der Abdichtung

Die Lagesicherung der Dachbahnen gegen Windsog kann durch

  • Auflast,
  • mechanische Befestigung oder
  • Kleben

erfolgen.

Auflast und mechanische Befestigung sichern auch die Funktionsschichten unter der Abdichtung, die somit auch lose verlegt werden können. Geklebt werden kann die Abdichtung nur auf lagesicheren Funktionsschichten und Untergründen, die für den jeweiligen Klebstoff geeignet sind.

6.1 Windlasten am Flachdach

Die erforderliche Masse

  • (Gewicht) der Auflast,
  • Anzahl mechanischer Befestigungen oder
  • Klebstoffmenge

muss für die zu erwartenden Windlasten unter Berücksichtigung von

  • Standort (Windzone, Höhenlage, Gebäudekategorie)
  • Gebäudeabmessungen,
  • Dachform/-neigung und
  • Unterlage/Wandöffnungen

und sollte differenziert nach

  • Innenbereich
  • Randbereichen
  • Eckbereichen

der Dachfläche bemessen werden.

Die Bemessung erfolgt als objektbezogener Einzelnachweis 13 nach DIN EN 1991-1-4.


13 Vgl. ANHANG I.

6.2 Dachbahnen lose verlegt mit Auflast (EVALON® V / VG)

6.2.1 Auflastarten und Bemessung der Auflast

» Kies

Zwischen Abdichtung und Kiesschüttung ist eine Schutzlage aus z. B. verrottungsfestem Vlies, Bautenschutzmatten 14 (Materialverträglichkeit beachten) oder ähnlichem lose zu verlegen! Die Kiesschichtdicke soll mind. 5 cm betragen.

Grafik zum Text

 

Kies (16 / 32 mm) hat pro 1 cm Schütthöhe ein Flächengewicht von ca. 18 kg/m2 (≈ 0,18 kN/m2).

In Rand- und Eckbereichen sowie auf geneigten Flächen kann die Kiesschicht mit geeignetem Kieskleber verfestigt werden, um einer Verwirbelung vorzubeugen.


14 Z. B. „Regupol® resist 9510“, Fa. BSW, Bad Berleburg oder „Kraitec® top plus“, Fa. Kraiburg, Salzwedel. Die Verwendung anderer Bautenschutzmatten kann ggf. zu leichten Verfärbungen und Prägungen an der Oberfläche der Dachbahnen führen. Die Verlegeanleitung des jeweiligen Herstellers ist zu beachten!

» Betonplatten/Rasengittersteine

Zwischen Abdichtung und Auflast aus Betonplatten/Rasengittersteinen ist eine Schutzlage aus z. B. verrottungsfestem Vlies, Bautenschutzmatten 14 (Materialverträglichkeit beachten) oder ähnlichem lose zu verlegen!

Dicht gestoßene Betonplatten, z. B. Rasenkantensteine (100 x 25 x 5 cm) haben pro 1 cm Dicke ein Flächengewicht von ca. 22 – 24 kg/m2 (≈ 0,22 – 0,24 kN/m2) und Rasengittersteine (60x40x8/10cm), verfüllt mit Kies (16/32mm) pro 1 cm Dicke ca. 20kg/m2 (≈0,2kN/m2). Rechteckige Platten sind mit ihrer längeren Seite parallel zum Dachrand zu verlegen.

» Umkehrdach

Die Wärmedämmschicht aus extrudierten Polystyrolplatten mit Stufenfalz wird direkt, ohne Trennlage, auf EVALON®-Dachbahnen verlegt. Zwischen Wärmedämmplatten und Auflast ist ein Rieselschutz oder eine wasserableitende Vlieslage nach Vorgabe des jeweiligen Dämmstoff-Herstellers zu verlegen. Die Bemessung der erforderlichen Dicke der Auflast 15 erfolgt bei lose verlegten Dachbahnen für die Windlasten gem. „Flachdachrichtlinien“, Anhang I bzw. Einzelnachweis. Wird Kies als Auflast verwendet, muss die Kiesschicht mind. 5 cm dick sein.

erläuternde Skizze zum Text

» Gehbelag

Plattenförmige Gehbeläge können auf alwitra-Terrassen-Stelzlagern, im Kiesbett bzw. kalkfreiem Splitt oder auch im Mörtelbett (auf Drainageschicht) verlegt werden. Zwischen Stelzlagern oder Kies- bzw. Splittbett und EVALON®-Dachbahnen ist eine Schutzlage aus Bautenschutzmatten 14 o. ä. zu verlegen. Estrich- oder Mörtelschichten auf der Abdichtung sind durch eine 2-lagige PE-Folie als „Gleitlager“ von der Abdichtung zu trennen.

alwitra-Terrassen-Stelzlager mit Fugenkreuz PA 20 plus:

» Hinweise für die Verlegung

Die Verlegung von begehbaren Plattenbelägen auf rückdreh- und überdrehsicheren alwitra- Terrassen-Stelzlagern ist einfach und weitestgehend witterungsunabhängig. Auf der fertigen Dachabdichtung werden nacheinander verlegt:

  • Schutzlage
  • Terrassen-Stelzlager (ggf. mit Unterlegplatten)
  • Platten (Mindestdicke 4 cm)
  • Fugenkreuze

begehbare Platten ruhen auf Stelzlager

Zweckmäßig ist die Verlegerichtung von den Abläufen zu den Belagsrändern, wobei die Randplatten dem Verlauf des Randes angepasst werden.

Der Gehbelag ist an den Rändern umlaufend auf Dauer gegen seitliches Verschieben zu sichern. Ein angrenzender Grobkiesstreifen ist nicht ausreichend.

Die Stelzlager werden jeweils unter der Kreuzfuge von vier Platten angeordnet. Eine Platte liegt an ihren Ecken auf jeweils einem Plattenauflager von 4 Stelzlagern auf. An Belagsrändern werden Abstandshalter gekürzt und keine Fugenkreuze verlegt.

Grafik zum Text

Durch die rückdrehsicheren und bis zu 20 mm einzeln stufenlos höhenverstellbaren Plattenauflager werden zulässige Toleranzen in der Plattendicke und in der Unterlage so ausgeglichen, dass die Oberfläche des Belages eben und stetig geneigt ist.

Funktionsweise der Terrassen-Stelzlager

Auch nach Verlegung der Platten kann jede Plattenecke einzeln mit einem Schraubendreher nach unten oder oben korrigiert werden, ohne die Platte abzuheben.

Am Sternrad jedes Plattenauflagers befindet sich auf der Grundplatte hinter dem Abstandhalter eine Zahnreihe. Mit dem durch die offene Fuge bis zur Zahnreihe eingeführten Schraubendreher wird das Sternrad gedreht, wodurch sich das Plattenauflager bei Rechtsdrehung des Sternrades senkt und bei Linksdrehung hebt. Soll der Plattenbelag mit einer geringeren Neigung als die der Dachabdichtung verlegt werden, sind die Stelzlager mit stapelbaren, 20 mm hohen alwitra-Unterlegplatten zu unterlegen.

Hinweis: Die empfohlene Mindestneigung des Plattenbelages beträgt 1 %.


15 In Zulassungsbescheiden für das Wärmedämmsystem „Umkehrdach“ enthaltene geringere Werte beziehen sich nur auf die Windsogsicherung der Dämmplatten.

» Dachbegrünung

Zwischen Gründachaufbau und durchwurzelungs-/rhizomfester Abdichtung aus EVALON®- Dachbahnen ist eine Schutzlage bzw. eine kombinierte Bahn (Schutz-,/Drainage-,/Filterschicht) zu verlegen.

Skizze erläutert die Funktionsweise der Dachbegrünung

Die Last des Gründachaufbaus 16 ist abhängig von Material, Dicke und Feuchtegehalt der Drainage-, Filter- und Vegetationsschicht. Maßgeblich für den Nachweis der Lagesicherung ist die Last in trockenem Zustand.


16 Zu erfragen beim Hersteller des Gründachaufbaus.

6.2.2 Ausführung der losen Verlegung mit Auflast

Auflast zur Lagesicherung 17 darf nur aufgebracht werden, wenn die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion und ggf. die Einhaltung zulässiger Durchbiegungen für diese Belastung nachgewiesen sind.

» Ablaufschema

Ablaufschema: Schnurschlag; dann Bahn ausrollen, enspannen lassen, ggf. ablängen; im Anschluss die Bahn wellen- und faltenfrei entlang der Schnürung bzw. ca. 4 oder 6 cm überlappend mit dem Rand der angrenzenden Bahn ausrichten; schließlich den Rand dichtschweißen und den Kopfstoß ausbilden; u.U. erneut mit anderen Schritten beginnen

Die Auflast, ggf. einschl. Schutzlage, ist unverzüglich nach Abschluss der Verlegung der Abdichtung (Nahtkontrolle) aufzubringen, ggf. abschnittweise


17 Auch zum Luftschallschutz.

6.3 Dachbahnen mechanisch befestigt mit EVALON® VG / EVALON® dual

6.3.1 Befestigungsarten und Ermittlung der notwendigen Anzahl von Befestigern

EVALON® VG- und EVALON® dual-Dachbahnen können gegen Windsog, wie nachfolgend beschrieben, mechanisch befestigt werden.

Entweder linear in der Nahtüberlappung mit allen geprüften Befestigern

Grafik zum Text

oder punktweise im Raster (Feldbefestigung) 18

  • mit b/s/t-Punkbefestigern

Grafik zum Text

  • mit ZKAP®-Punktbefestigern

Grafik zum Text

Die Art der Befestigung und die Anzahl der Befestiger sollten in der Leistungsbeschreibung festgelegt sein. Die Ermittlung der notwendigen Anzahl von Befestigern erfolgt als objektbezogener Einzelnachweis. 19 Bei Sanierungen sollte ein Einzelnachweis, ggf. auf der Grundlage von Auszugsversuchen des Befestigungsmittelherstellers, erstellt werden.

Bei nicht belüfteten Dächern erfolgt durch die Befestigung der Dachbahnen gleichzeitig die Befestigung der Wärmedämmung. Werden die Dämmplatten dabei nicht ausreichend befestigt (mind. 2 Stück/m2), ist es erforderlich, die Dämmplatten vor Verlegung der Dachbahnen zusätzlich zu befestigen.


18 Für die Verarbeitung gelten die Montagehinweise des jeweiligen Herstellers.

19 Auf Wunsch als Service von alwitra-Anwendungstechnik oder vom Befestigungsmittelhersteller.

6.3.2 Befestigungsplan

Bei Bedarf werden objektbezogene Einzelnachweise 20 einschl. Verlegeanleitung, Materialbedarf und Befestigungsplan erstellt.

Im Befestigungsplan sind

  • die Abmessungen von Innen-, Rand- und Eckbereichen sowie
  • die erforderliche Anzahl der Befestigungselemente pro Dachbereich festgelegt.

Bei mechanischer Befestigung in der Nahtüberlappung sind die Bahnenbreite(n), die Obergurtrippenbreite (sogen. Sickenabstand) der Bleche und die Lage von Bewegungsfugen und flächiger Dachdurchbrüche (Lichtbänder, -kuppeln, NRA) zu berücksichtigen. Für die Erstellung eines Einzelnachweises und Befestigungsplanes ist ein vom Dachdecker/ Verleger bestätigtes alwitra-Datenaufnahmeblatt 21 erforderlich.


20 Von alwitra-Anwendungstechnik oder bei Feldbefestigung der Einzelnachweis des jeweiligen Herstellers.

21 Das alwitra-Daten-Aufnahmeblatt ist unter www.alwitra.de/downloads/datenaufnahmeblaetter/ herunterzuladen.

6.3.3 Befestigungsmittel

Befestigungssysteme müssen für den jeweiligen Anwendungsfall nachweislich geprüft sein. Die Auswahl der Befestigungsmittel (Art, Länge) ist aus ausführungstechnischer Sicht abhängig von:

  • Dicke des Schichtenaufbaus
  • Material der Tragschicht (Stahltrapezprofil, Holz, Holzwerkstoff, Zementbeton, Porenbeton)
  • Festigkeit der Unterlage
  • Korrosionsbelastung aus dem Schichtenaufbau (insbesondere bei Sanierungen)

Es sind die Vorschriften des Befestigungsmittelherstellers einzuhalten und nur trittsichere Befestigungssysteme einzusetzen.

6.3.4 Ausführung der mechanischen Befestigung im Nahtbereich

» Ablaufschema

einzelne Schritte für die mechanische Befestigung: Schnurschlag, anschließend Bahn ausrollen, dann Bahn entlang der Schnürung bzw. mindestens 10 cm überlappend ausrichten, anschließend Befestiger am Bahnenanfang setzen bzw. mit Verbundblech verbinden sowie Bahn wellen- und faltenfrei ziehen, anschließend Befestiger im freien Bahnenlängstrand setzen, schließlich den Rand dichtschweißen und den Kopfstoß ausbilden

Insbesondere in den Eckbereichen können Befestigungen ggf. außerhalb der Nahtüberlappung (z. B. in der Bahnenmitte) notwendig werden. Die Befestiger außerhalb der Nahtüberlappung werden

entweder in Reihe mit 16 cm breiten, unkaschierten Zuschnitten dichtgeschweißt abgedeckt

erläuternde Skizze zum Text

oder einzeln mit kreisrunden, unkaschierten Zuschnitten dichtgeschweißt abgedeckt.

erläuternde Skizze zum Text

Sie können aber auch mit Feldbefestigern ausgeführt werden. Bei der Verwendung von Feldbefestigungssystemen sind die Angaben der jeweiligen Hersteller zu beachten.

erläuternde Skizze zum Text


* Siehe auch Kapitel 4.1 „Verlegetipp“.

6.3.4.1 Ausführung der mechanischen Befestigung mit EVALON® VG

» Lage der Befestiger

Lastverteilteller müssen mind. 1 cm vom Rand der unterseitigen Kaschierung entfernt eingebaut werden. Rechteckige Lastverteilteller werden mit ihrer längeren Seite parallel zum Bahnenrand eingebaut.

Grafik zum Text

EVALON®-Dachbahnen sind an einem Längsrand durch mehrere unterbrochene Linien markiert. Diese Markierung kann als Anlegekante für die jeweilige Überlappungsbreite genutzt werden und beträgt

  • ca. 11 cm bei Lastverteilteller-Größe 40 x 82 mm
  • ca. 12 cm bei Lastverteilteller-Größe Ø 50 mm

erläuternde Skizze zum Text: Überlappung von Bahnen

Die Befestiger sind nur so tief zu setzen, dass die Lastverteilteller sich auf Dauer nicht verdrehen und die Dachbahnen faltenfrei anpressen.

6.3.4.2 Ausführung der mechanischen Befestigung mit EVALON® dual

» Lage der Befestiger

Lastverteilteller müssen mind. 1 cm vom Rand entfernt eingebaut werden. Rechteckige Lastverteilteller werden mit ihrer längeren Seite parallel zum Bahnenrand eingebaut.

Grafik zum Text

Grafik zum Text

Die Befestiger sind nur so tief zu setzen, dass die Lastverteilteller sich auf Dauer nicht verdrehen und die Dachbahnen faltenfrei anpressen.

Bei Verlegung von EVALON® dual ist auf unkaschierten PS-Hartschaumplatten eine Brandschutzlage (z.B. Rohglasvlies 120 g/m², Brandklasse A2) zu verlegen.

» Ausführung mit Setzmaschinen

Verwendung einer SetzmaschineUm die Befestigungen rationell, mit größtmöglicher Sicherheit und in ergonomisch richtiger Haltung auszuführen, können Setzmaschinen verwendet werden. Es sind nur Setzmaschinen mit Tiefenanschlag oder drehmomentabhängiger Kupplung einzusetzen.

Grafik zum Text

Grafik zum Text

6.4 EVALON®-Dachbahnen geklebt

Die Abdichtung sollte zur Lagesicherung nur geklebt werden, wenn eine lose Verlegung mit Auflast oder mechanischer Befestigung nicht möglich ist. Geklebt werden kann die Abdichtung nur, wenn alle Funktionsschichten unter ihr auf Dauer lagesicher sind (Prüfung bei Sanierung!).

Für das Kleben sind unterseitig vlieskaschierte Dachbahnen, EVALON® V / VG oder EVALON® VSK bzw. VGSK mit unterseitiger Selbstklebeschicht einzusetzen. 22 Die Verlegung von EVALON® V / VG erfolgt im Einroll- oder Klappverfahren nach Aufbringen des Klebstoffes auf der geeigneten Unterlage (i. d. R. Bitumenbahn).

Die Verlegung von EVALON® VSK bzw. VGSK erfolgt nach dem Abziehen der Trennfolie wie im Abschnitt 6.4.5 bzw. 6.4.6 beschrieben. Die durch die Klebung eingeschränkte Eigenbeweglichkeit der Abdichtung erfordert besondere Sorgfalt bei der Ausbildung der Bewegungsfugen sowie der An- und Abschlüsse. Beanspruchungen aus Bewegungen der Dachkonstruktion und des gesamten Schichtenaufbaus müssen schadlos aufgenommen werden.

Grafik zum Text

Überlappungen der bahnenförmigen Kaschierungen an den Stößen von Wärmedämmschichten werden nicht verklebt.

Bewegungsfugen ohne besondere konstruktive Ausbildung und bis 5 mm Fugenbreite sind vor dem Kleben der Abdichtung mit einseitig befestigten 25 cm breiten Streifen (Schleppstreifen) zu überdecken.

Eine nachträgliche farbliche Änderung der Bahnenoberfläche kann bei Verklebungen grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.


22 In Anschlussbereichen können auch unkaschierte EVALON®-Dachbahnen mit lösemittelhaltigem Klebstoff im Kontakt-Klebeverfahren oder EVALON® VSKA-Dachbahnen auf geeigneten Unterlagen geklebt werden.

6.4.1 Untergrundvorbehandlung bei Instandhaltung

Die zur Flächenvorbereitung auszuführenden Arbeiten im Fall der Instandhaltung 23 sind abhängig von den vorhandenen Schichten, bzw. Lagen.

Bitumen-Altabdichtung mit Kiespressung

Blasen aufschneiden oder komplett abstoßen. Kiespressung mit geeigneten Hilfsmitteln beseitigen und Untergrund egalisieren. Verlegung einer Ausgleichslage, z. B. Bitumenbahn.

Bitumen-Altabdichtung unter Kiesschüttung

Kiesschüttung beseitigen und eingeklebte, festanhaftende Kiesanteile mit geeigneten Hilfsmitteln, z. B. Dachhobel beseitigen, ggf. durch zusätzliches Anflämmen der Oberfläche einen ebenen Untergrund herstellen. Vertiefungen (z. B. Beseitigung von Blasen und Falten) mit Schweißbahnenstücken egalisieren.

Bitumen-Altdachabdichtung mit Abstreuung/Besplittung

Blasen aufschneiden oder komplett abstoßen. Vertiefungen (z. B. Beseitigung von Blasen und Falten) mit Schweißbahnenstücken egalisieren.

Kunststoffbahnen-Altabdichtung

Vor einer Verklebung auf Altabdichtungen aus Kunststoffbahnen ist grundsätzlich eine Abstimmung mit der alwitra-Anwendungstechnik erforderlich.


23 Analyse des Dachschichtenaufbaus vorausgesetzt.

6.4.2 Klebstoffe

Als Klebstoff kommen insbesondere in Abhängigkeit von Verarbeitungstemperatur (Jahreszeit) sowie Art und Beschaffenheit der Unterlage zur Anwendung:

» Kaltklebstoffe

  • Lösemittelhaltiger Kunststoff-Klebstoff (alwitra-L 40), vollflächig aufgerollt
  • Feuchtigkeitshärtender Einkomponenten-PUR-Klebstoff (alwitra-PUR D) streifen-/raupenförmig ausgegossen

» Heißklebstoffe

  • Bitumen-Heißklebemasse 85/25, 100/25 oder 115/15, vollflächig aufgestrichen oder streifen-/schlangenförmig ausgegossen, Elastomerbitumen-Heißklebemasse, vollflächig aufgestrichen

Kaltklebstoffe erfordern eine Verarbeitungstemperatur von mind. +5 °C. Mit Heißklebstoffen können EVALON® V / VG-Dachbahnen auch bei niedrigeren Temperaturen verlegt werden.

Es sind die Vorgaben insbesondere hinsichtlich

  • Untergrundbeschaffenheit
  • Verarbeitungstemperaturen
  • Auftragsmengen

differenziert für Innen-, Rand- und Eckbereiche zu beachten.

Bei streifenförmigem Klebstoffauftrag ist die Dachabdichtung an Dachrändern und -durchbrüchen gegen Windunterströmung zu sichern.

Vor dem Kleben auf bewitterten Unterlagen (Sanierung) sind Probeklebungen zur Ermittlung des Verhaltens der Unterlage und der erforderlichen Klebstoffauftragsmengen durchzuführen.

Klebstoffe sind so aufzutragen, dass insbes. die Nahtüberlappung (Schweißbereich) und Stöße der Bahnen nicht mit Klebstoff verunreinigt werden.

Spachtelmassen oder sonstige lösemittelhaltige Klebemassen sind zum Verkleben von EVALON®-Bahnen ungeeignet.

6.4.2.1 Kleben mit alwitra-Klebstoff L 40

Technische Daten:

BasisStyrolbutadien-Kautschuk
Konsistenzdickflüssig, roll- und streichfähig
Dichteca. 1,02 g/cm³
Lagerungtrocken und kühl und vor direkter Sonnen­einstrahlung schützen
Lagerzeitca. 24 Monate
Untergrund­temperaturvon. + 5 °C bis + 80 °C
Umgebungs­temperaturvon. + 5 °C bis + 40 °C
Klebstoff­temperaturmind. + 10 °C
Offene ZeitEinseitklebung: ca. 10 bis 15 Minuten
Kontaktklebung: ca. 15 bis 20 Minuten

Untergrundbeschaffenheit:

tragfähig, fest, eben, trocken, sauber, staub- und fettfrei sowie frei von Trennmitteln. L 40 ist zum Kleben auf vielen üblichen Untergründen geeignet, wie z. B. Beton, Porenbeton oder Bitumenbahnen, die besandet, besplittet oder mineralisch abgestreut sind. Eine Verklebung mit L 40 auf PUR/PIR-Dämmstoffplatten ist nicht zulässig.

Auftragsweise:

Klebstoff im Gebinde (25 kg oder 9,5 kg) gut aufrühren.

Klebstoffauftrag

  • einseitig, vollflächig netzartig aufgerollt (Einseitklebung)
  • zweiseitig, vollflächig netzartig aufgerollt (Kontaktklebung)

Mindest-Auftragsmengen alwitra-Klebstoff L 40

  • bei Einseitklebung

Tabelle mit Mindestauftragsmengen (pro qm): 300 g (Innenbereich, Gebäudehöhe bis 8m), 350g (Randbereich außen, Gebäudehöhe bis 8m), 400g (Eckbereich, Gebäudehöhe bis 8m); 350g (Innenbereich, Gebäudehöhe über 8 bis 25m), 450g (Randbereich außen, Gebäudehöhe über 8 bis 25m), 500g (Eckbereich, Gebäudehöhe über 8 bis 25m); Gebäudehöhe über 25m auf Anfrage

  • bei Kontaktklebung, z.B. an Attiken und aufgehenden Bauteilen mind. 450 g/m2, bei Rauhspundbohlen mind. 600 g/m2.

Vorgenannte Mindestauftragsmengen erhöhen sich je nach Beschaffenheit des Untergrundes, insbesondere bei klüftigem und saugendem Untergrund (z. B. besplittete Bitumenbahn). Überhöhter Klebstoffauftrag (Klebstoffnester) auf bitumenbahnenkaschiertem Polystyrol-Hartschaum kann zur trichterförmigen Zellzerstörung des Hartschaums führen.

Bevor die Dachbahnen in den Klebstoff eingerollt oder eingeklappt werden, muss dieser hinreichend ablüften, damit möglichst wenig flüchtige Lösemittel unter der Dachbahn eingeschlossen werden. Vermehrte Lösemittel unter der Dachbahn können zu zeitweiligen blasenförmigen Aufwölbungen der Dachbahn führen, die sich in dem Maße wieder glätten, wie die flüchtigen Lösemittel ausdiffundieren. Die Ablüftzeit ist insbes. abhängig von der Lufttemperatur und -feuchte.

Der Fingertest ist die praktikabelste Methode zur Bestimmung des richtigen Zeitpunktes. Zieht der Klebstoff beim Fingertest Fäden, so ist bereits ein kritischer Punkt erreicht und die Benetzungsfähigkeit oft nicht mehr gegeben.

Überprüfung des Materials mittels eines Fingertests

Nach dem Einrollen oder -klappen der Dachbahnen in den Klebstoff, sind sie sofort mit einem Besen kräftig anzureiben.

Die Lagekorrektur einer Dachbahn unmittelbar nach ihrem Einrollen oder -klappen in den L 40-Klebstoff ist ohne Beeinträchtigung der Klebewirkung möglich. Anschließend ist sie gründlich anzureiben.

Die Klebefähigkeit ist generell zu prüfen.

Die Reinigung der Arbeitsgeräte auch vor längeren Arbeitspausen, erfolgt mit alwitra-Reiniger L 40.

6.4.2.2 Kleben mit alwitra-Klebstoff PUR D

Technische Daten:

Basis1-Komponenten Polyurethan, feuchtigkeitshärtend
Konsistenzflüssig, gießfähig
Dichteca. 1,10 g/cm³
Lagerungtrocken und kühl und vor direkter Sonnen­einstrahlung schützen
Lagerzeitca. 12 Monate
Untergrund­temperaturvon. + 5 °C bis + 60 °C
Umgebungs­temperaturvon. + 5 °C bis + 40 °C
Klebstoff­temperaturmind. + 10 °C
Offene Zeitca. 20 Minuten

Untergrundbeschaffenheit

tragfähig, fest, eben, trocken bis baufeucht, sauber, staub- und fettfrei sowie frei von Trennmitteln. Bei trockenem Untergrund und geringer Luftfeuchtigkeit sowie hohen Temperaturen Untergrund mit Wassernebel (max. 15 g/m²) anfeuchten! 24 Bitumenbahnenoberfläche besandet, besplittet oder mineralisch abgestreut.

Auftragsweise:

einseitig streifen-/raupenförmig aus dem Gebinde (5,5 kg / 2 kg) gegossen 25, ca. 50 – 60 g/m pro Raupe. Klebstoff ca. 5 – 10 Minuten ablüften lassen und bevor eine Hautbildung auf der Klebstoffraupe entsteht, Bahnen einrollen oder umklappen und anschließend über den PUR D-Klebstoffraupen mit einem Besen anreiben. Streifenbreite unter angeriebener Dachbahn ≥ 4 cm.

Mindest-Auftragsmengen alwitra-Klebstoff PUR D

Tabelle mit Mindest-Auftragsmengen alwitra-Klebstoff PUR D (pro qm): 200g (Innenbereich, 4 Streifen, bis 8m Gebäudehöhe; gleiche Werte für den Randbereich außen), 300g (Eckbereich, 6 Streifen, Gebäudehöhe bis 8m); 200g (Innenbereich, 4 Streifen, Gebäudehöhe über 8 bis 25m), 300g (Randbereich außen, 6 Streifen, Gebäudehöhe über 8 bis 25m), 400g (Eckbereich, 8 Streifen, Gebäudehöhe über 8 bis 25m); Gebäudehöhe über 25m nicht verfügbar

Für schnellen Klebstoffauftrag (bis zu 8 Raupen gleichzeitig) und in gleichmäßigen Abständen ist der Einsatz von PUR-Klebstoff-Auftragsgeräten („Kleberwagen“) zweckmäßig.

Die Reinigung der Arbeitsgeräte erfolgt vor dem Aushärten z. B. mit Aceton.

Nach dem Einrollen oder -klappen der Dachbahn in die Klebstoffraupen ist sie sofort mit einem Besen anzureiben.

Eine Lagekorrektur von Dachbahnen nach dem Einrollen oder -klappen in die PUR-Klebstoffraupen ist nicht zulässig, da sie die Klebewirkung erheblich beeinträchtigt.

Klebstoffraupen können sich unter der Dachbahn markieren.

PUR D ist nur zur Verklebung von unterseitig vlieskaschierten EVALON® V / VG-Dachbahnen auf besandeten, mineralisch bestreuten oder besplitteten Bitumenbahnen geeignet. Das Kleben auf unkaschiertem Polystyrol-Hartschaum ist nicht zulässig.

PUR D ist als Dämmstoffklebstoff nicht geeignet.


24 Z. B. mit einer Baumspritze.

25 Durch Erwärmen im Wasserbad Verbesserung der Fließfähigkeit.

6.4.2.3 Kleben mit Bitumen-Heißklebemasse und im Aufschmelzverfahren

Technische Daten:

Basisgeblasenes Bitumen
Erweichungspunkt85 °C 1100 °C 1115 °C 2
Eindringtiefe [0,1 mm]
(Penetration)
252515
Verarbeitungs­temperatur 180 °C200 °C210 °C
Konsistenz bei
Verarbeitungs­temperatur
flüssig
1 bei Dachneigung ≤ 3°
2 bei Dachneigung > 3°

Untergrundbeschaffenheit:

  • tragfähig, fest, eben, trocken, sauber, staub- und fettfrei sowie frei von Trennmitteln
  • ggf. ist ein bituminöser Voranstrich erforderlich

Auftragsweise:

einseitig, vollflächig oder teilflächig aufgestrichen (Bürsten-Streichverfahren) bzw. ausgegossen (Gießverfahren).

Mindest-Auftragsmengen:

 (g/m2)
Gebäudehöhe1Innenbereich/ Randbereich innenRandbereich außenEckbereich
bis 25 m200 - 400 (> 10 %)400 - 600 (> 20 %)
1500 - 2000 (100 %) 2
400 - 600 (> 40 %)
1500 - 2000 (100 %) 2
über 25 mauf Anfrage
1 Gebäude in der Windzone WZ 1+ WZ 2 und Geländekategorie II+III
2 auf Mineralfaser-Dämmplatten mit Bitumenklebeschicht, Freigabe des Dämmstoffherstellers erforderlich

 

Die Bitumen-Heißklebemasse mit einer Verarbeitungstemperatur gem. vorstehender Tabelle wird ausgegossen oder aufgestrichen. Die EVALON® V / VG-Dachbahnen können unmittelbar in die Heißklebemasse eingerollt oder eingeklappt werden bzw. zu einem späteren Zeitpunkt in die durch Flämmen wieder aufgeschmolzene Klebemasse eingerollt werden.

Eine Verschmutzung der Bahnenoberseiten und Schweißränder mit Bitumen-Heißklebemasse ist in jedem Falle zu vermeiden; Verlegerichtung nicht gegen Windrichtung.

Auf Bitumenschweißbahnen mit hinreichend dicker Bitumendeckschicht ohne Bestreuung oder auf Bitumenabstrichen können EVALON® V / VG-Dachbahnen auch im Aufschmelzverfahren geklebt werden. Bitumendeckschicht oder -abstrich werden mit geeignetem Gerät in Bahnenbreite aufgeschmolzen und die EVALON® V / VG-Dachbahnen in die plastifzierte Bitumenmasse eingerollt und angerieben.

Die Lagekorrektur einer Dachbahn nach ihrem Einrollen oder -klappen in die Bitumenheißklebemasse ist nicht möglich. Bei teilflächiger Klebung kann sich Bitumenheißklebemasse unter der Dachbahn markieren.

6.4.3 Eignung von Kaltklebstoffen

Insbes. bei Kaltklebstoffen ist ihre Eignung im Kontakt mit der Unterlage zu beachten. Auf Unterlagen, die oberseitig mit einer Trennschicht, z. B. aus PE-Folie ausgerüstet sind, kann mit Kaltklebstoffen nicht geklebt werden. Solche Trennschichten können auf Bitumenbahnen und auf bahnenförmigen Kaschierungen oder Bitumenklebeschichten von Wärmedämmplatten aufgebracht sein, um ein Verkleben in der Rolle oder im Transportstapel zu vermeiden. 26

Eignung der alwitra-Kaltklebstoffe
auf
L 40PUR D
Beton++
Porenbeton+++
Putz, Mauerwerk++1-
Stahlblech, Aluminium++1-
Holzwerk­stoffplatten+1-
Bitumenbahnen2++1++
Bitumenbahnen, oberseitig
PE- Folie, Polyestervlies
--
EPS/XPS Hartschaumplatten
unkaschiert
--
EPS Hartschaumplatten
kaschiert, Rohglasvlies
--
EPS Hartschaumplatten
kaschiert, Bitumenbahnen2
++1++
PUR/PIR Hartschaumplatten
unkaschiert, alukaschiert
--
PUR/PIR Hartschaumplatten
kaschiert, Mineralvlies
-++
Mineral­faserplatten
unkaschiert
--
Mineral­faserplatten
bituminiert
++1-
Mineral­faserplatten
anorganisch beschichtet / mineralvlieskaschiert
--
1 auch senkrechte Flächen bei Kontaktklebung

2 oberseitig besandet, besplittet oder mineralisch abgestreut



Legende: ++ besonders geeignet, + geeignet, - nicht geeignet

26 Beim Hersteller erfragen.

6.4.4 Ablaufschema

» Einrollverfahren

» Klappverfahren

Ablaufschema zum Klappverfahren

 


27 Siehe auch 4.1 „Verlegetipp“.

6.4.5 Ausführung mit Selbstklebebahnen EVALON® VSK

EVALON® VSK-Bahnen sind unterseitig mit einem Polyestervlies kaschiert und mit einem synthetischen Klebecompound beschichtet. Die Bahnen sind 25 m lang und werden mit einem einseitigen, ca. 6 cm breiten, unbeschichteten Schweißrand hergestellt. Nach der Verlegung wirkt die Vlieskaschierung als Entspannungszone (Dampfdruckentspannung, Bewegungsausgleich, etc.). Die Beschichtung ist bitumen- und lösemittelfrei und im Anlieferungszustand mit einer Schutzfolie abgedeckt.

EVALON® VSK-Bahnen sind bis zur Verarbeitung lichtgeschützt zu lagern oder mit Planen abzudecken. Beschädigungen an der unterseitigen Trennfolie sind abzudecken. Die hohe Klebewirkung der Selbstklebeschicht bleibt so erhalten.

Technische Daten der Selbstklebeschicht:

BasisPSA-Klebstoff, bitumenfrei, lösemittelfrei
Verarbeitungs­temperaturvon + 5 °C bis + 40 °C
Lagerungtrocken und kühl, lichtgeschützt
Lagerzeitca. 12 Monate

Die rückseitige Beschichtung der EVALON® VSK haftet auf vielen bauüblichen Untergründen, wie z. B. Bitumenbahnen, Beton, Zink- und Stahlblech, Aluminium und Kunststoffen.

Ein Verkleben auf unkaschierten Wärmedämmplatten ist nicht zulässig. Auf den Untergrund ist eine Haftbrücke aus alwitra-Haftgrund SK oder SK-L aufzutragen. EVALON® VSK-Bahnen können bis zu einem Bemessungswert der Windlasten (Wres gem. DIN EN 1991-1-4), wie nachfolgend dargestellt, aufgeklebt werden.

EVALON® VSK (mit Haftgrund alwitra SK oder SK-L)

UntergrundBemessungswert
Bitumenbahn4,5 kN/m²
PUR/PIR mineralvlieskaschiert3,5 kN/m²
PUR/PIR alukaschiert 13,5 kN/m²
Mineralfaser anorganisch beschichtet / mineralvlieskaschiert
bei Verklebung auf Stahltrapez
bei Verklebung auf geschlossener Tragschale

2,5 kN/m²
3,5 kN/m²
1 auf Anfrage

EVALON® VSK-Bahnen sind nicht für die Eindichtung von Anschlüssen sowie Durchdringungen geeignet. Eine Randbefestigung (vgl. Abschnitt 7) ist grundsätzlich erforderlich.

6.4.5.1 Verarbeitungshinweise zu alwitra-Haftgrund SK und SK-L

alwitra-Haftgrund SK

Technische Daten

BasisLösemittelfreie Dispersion, bitumenfrei
Konsistenzflüssig, roll- und streichfähig
Farbeblau
Verarbeitungs­temperaturmind. + 5 °C
Ablüftzeitca. 30 min28 (Dachfläche ist anschließend begehbar)
Lagerungkühl und trocken, frostfrei
Lagerzeitmind. 12 Monate

alwitra-Haftgrund SK-L

Technische Daten

BasisSBS-Kautschuk, lösemittelhaltig
Konsistenzflüssig, roll- und streichfähig
Farberot
Verarbeitungs­temperaturmind. + 5 °C
Ablüftzeitca. 15 min28 (Dachfläche ist anschließend begehbar)
Lagerungkühl und trocken, frostfrei
Lagerzeitca. 12 Monate

Untergrundbeschaffenheit:

tragfähig, fest, eben, trocken, sauber, staub- und fettfrei sowie frei von Trennmitteln

Auftragsweise:

alwitra-Haftgrund SK/SK-L im Gebinde (25 l / 10 l) gut umrühren. Auftrag vollflächig und gleichmäßig mit Pinsel oder Farbwalze.

Mindestauftragsmenge:

ca. 0,2 l/m² (nass, untergrundabhängig)
Bei klüftigem und saugendem Untergrund erhöht sich die Auftragsmenge.
Der Haftgrund muss vor dem Aufbringen der EVALON® VSK/VSKA durchtrocknet sein.

Hinweis:

Bei kühler Witterung trocknet der alwitra-Haftgrund SK-L schneller.
Beschaffenheit der Klebeuntergründe und erforderliche Vorbehandlung mit alwitra- Haftgrund SK/SK-L (gem. Tabelle) können sich durch Witterungsverhältnisse oder Baustellenbedingungen ändern. Im Bedarfsfall ist eine Klebeprobe auszuführen.

UntergrundOberflächen­beschaffenheitalwitra-Haftgrund SK / SK-L
BitumenbahnPE-Folie/Vliesja 1
Bitumenbahnfein besandet/talkumiertja
Bitumenbahnbesplittet oder fein beschiefertja
Altbitumenabgewittert, verschmutztja
Mineralfaserplattenwerkseitig anorganisch beschichtet / mineralvlieskaschiertja ²
PUR/PIR Hartschaumdämmplattenwerkseitig alukaschiertja ²
PUR/PIR Hartschaumdämmplattenwerkseitig mineralvlieskaschiertja
Kunststoff­bahnenabgewittertja ²
Betonbaufeucht bis trocken, besenrein
glatt abgerieben, frei von Kiesnestern,
Graten und Spitzen
ja
Stahl-/Zinkblechentfettetja ²
1 mit Propangas­flamme abflämmen
2 je nach Werkstoffart erforderlich, im Einzelfall durch Eigenversuch prüfen;
grundsätzlich Abstimmung mit der alwitra-Anwendungstechnik erforderlich

28 Die Ablüftzeit ist stark abhängig von der Auftragsmenge, den Materialien und den klimatischen Bedingungen.

6.4.6 Ausführung mit Selbstklebebahnen EVALON® VGSK

EVALON® VGSK-Bahnen sind unterseitig mit Glasvlies/Polyestervlies kaschiert und einem synthetischen Klebecompound beschichtet. Die Bahnen sind 25 m lang und werden mit einem einseitigen, ca. 5 cm breiten, unbeschichteten Schweißrand hergestellt. Die Selbstklebeschicht ist bitumen- und lösemittelfrei und im Anlieferungszustand mit einer Schutzfolie abgedeckt. EVALON® VGSK-Bahnen sind bis zur Verarbeitung lichtgeschützt zu lagern oder mit Planen abzudecken. Beschädigungen an der unterseitigen Trennfolie sind abzudecken. Die hohe Klebewirkung der Selbstklebeschicht bleibt so erhalten.

Technische Daten der Selbstklebeschicht

BasisPSA-Klebstoff, bitumenfrei, lösemittelfrei
Verarbeitungs­temperaturvon + 5 °C bis + 40 °C
Lagerungkühl und trocken, lichtgeschützt
Lagerzeitca. 12 Monate

EVALON®VGSK-Bahnen sind nicht für die Eindichtung von Anschlüssen sowie Durchdringungen geeignet. Eine Randbefestigung (vgl. Abschnitt 7) ist grundsätzlich erforderlich.

6.4.6.1 Verklebung auf unkaschierten EPS-Hartschaumplatten

EVALON® VGSK-Bahnen können direkt auf lagesicheren, unkaschierten Polystyrol EPS- Hartschaumplatten aufgeklebt werden. Der Untergrund muss sauber, trocken und staubfrei sein. Die Bahnen werden ohne Haftgrund direkt auf die Wärmedämmung aufgeklebt. Hierbei sollte die Überlappungsbreite mind. 6 cm betragen (Selbstklebeschicht klebt ca. 1 cm im hinteren Überlappungsbereich auf der überdeckten Bahn), um eine Schädigung des Dämmstoffes gegen das Einströmen der Heißluft, bzw. Überlaufen von Quellschweißmittel zu vermeiden. EVALON® VGSK-Bahnen können bis zu einem Bemessungswert der Windlasten (Wres gem. DIN EN 1991-1-4), wie nachfolgend dargestellt, aufgeklebt werden.

EPS-DämmstofftypBemessungswert
DAA dm Druckspannung σ 10 ≥ 100 kPa3,0 kN/m²
DAA dh Druckspannung σ 10 ≥ 150 kPa3,5 kN/m²
6.4.6.2 Verklebung auf anderen Untergründen, z. B. Bitumenbahnen

Die rückseitige Beschichtung der EVALON® VGSK-Bahnen haftet auch in Verbindung mit alwitra-Haftgrund SK oder SK-L auf vielen bauüblichen Untergründen, wie z.B. Bitumenbahnen, Holzwerkstoffplatten (Achtung mit Schleppstreifen über den Längs- und Querfugen), Beton, Zink- und Stahlblech, Aluminium und Kunststoffen (vgl. Kapitel 6.4.5).

» Ablaufschema

Ablaufplan zum Text

Bilder der beiden Arbeitsschritte