5. Fügetechnik

Die Überlappung der EVALASTIC®-Dachbahnen untereinander oder mit EVALASTIC®-Verbundblechen dient der fremdstofffreien, homogenen Materialfügung, Schweißung. Das Schweißen ist weitgehend witterungsunabhängig.

Eine Reinigung der überlappenden Flächen kann im Anlieferungszustand bei baustellenbedingten Verschmutzungen mit alwitra-Dachbahnenreiniger erfolgen.

Die überlappenden Flächen müssen trocken und frei von Verunreinigungen sein. Die Kontaktflächen werden mit Heißluft bis zum plastischen Zustand erwärmt und unter mäßigem Druck miteinander verbunden. Nahtkanten, die mit einer nachfolgenden Bahn, einem Zuschnitt oder einem Formteil überschweißt werden, sind zur Vermeidung der sog. Kapillarwirkung vorher in Schweißnahtbreite abzuschrägen (z. B. T-Stoß).

5.1 Heißluftschweißen

Die Nähte sind mind. 2 cm breit ab oberem Bahnenrand homogen dicht zu schweißen.

Skizze zum Text

5.1.1 Bedingungen

Mit Heißluft kann ohne zusätzliche Maßnahmen bei Umgebungstemperaturen von mind. + 5 °C geschweißt werden. Die Heißlufttemperatur soll je nach Gerätetyp (Heißluft-Schweißmaschine) und in Abhängigkeit der Witterungsbedingungen ca. 430 – 540 °C betragen. Durch Vorwärmen der Nahtbereiche kann ggf. auch bei niedrigeren Umgebungstemperaturen geschweißt werden.

Probeschweißungen sind auszuführen!

5.1.2 Heißluftschweißen mit Schweißmaschinen

Für das Heißluftschweißen von EVALASTIC®-Dachbahnen sind alle geprüften selbstfahrenden Heißluft-Schweißmaschinen für Kunststoffbahnen geeignet. 4

Mit Heißluft-Schweißmaschinen können 1,7 – 3,5 m Naht/Minute geschweißt werden. Die Nähte werden in einem Arbeitsgang geschweißt.

Düse und Rollen einer Schweißmaschine

Bild der Temperaturanzeige eines Schweißgeräts

In Abhängigkeit von

  • Umgebungstemperatur/ggf. Wind
  • Temperatur der Unterlage und
  • Temperatur der Dachbahnen

sind an der Maschine 5

  • Fahrgeschwindigkeit
  • ggf. Luftmenge und
  • Heißlufttemperatur

so auszuregeln, dass eine gleichmäßige, homogene Materialfügung in der Schweißnaht gesichert ist. Probeschweißungen sind auszuführen!

Bei Schweißmaschinen ohne Raupen-Antrieb und je nach Witterungsbedingungen und Dachneigung kann die Verwendung einer Schweißhilfe erforderlich werden, um eine faltenfreie Naht zu schweißen.

Die alwitra-Schweißhilfe aus einem mit der Abdichtung nicht schweißbaren, elastomeren Material (150 mm breit und ca. 25 m lang) wird unmittelbar vor dem Ansetzen der Schweißmaschine auf den oberen Bahnenrand bündig lose aufgelegt und nach dem Schweißvorgang zur Wiederverwendung entfernt.

Bild und Skizze einer Andruckrolle

5.1.3 Manuelles Heißluftschweißen

Es sind alle Handschweißgeräte 6 mit einer abgewinkelten, ca. 40 mm breiten Düse geeignet, die Heißluft mit der erforderlichen Temperatur von ca. 430 – 540 °C erzeugen.

Bild eines Handschweißgeräts

Das Handschweißgerät wird unter einem Winkel von

  • ca. 45° zum Bahnenrand und
  • ca. 30° zur Dachfläche

in der Nahtüberlappung geführt.

Die Bahnen werden rückwärtsgehend in einem Arbeitsgang dichtgeschweißt, während schmale Zuschnitte (bis 33 cm) zunächst geheftet und dann dichtgeschweißt werden.

Beim Dichtschweißen ist die Düse nur so tief zwischen den Bahnen zu führen, dass auch die obere Bahnenkante angeblasen und somit plastifiziert wird.

Mit einer parallel zur Düsenöffnung geführten Silikon-Andruckrolle werden die plastifizierten Überlappungsbereiche durch mäßigen Druck gefügt. Durch das Schweißen im Rückwärtsgang bläst die Düse immer gegen bereits dichtgeschweißte Nahtbereiche.

5.2 Schweißen von T-Stößen

Zur Vermeidung möglicher Kapillarbildung sind T-Stöße besonders sorgfältig auszuführen.

T-Stöße sind mit Heißluft (Handschweißgerät) sorgfältig zu schweißen.

 5.2.1 Kopfstöße unterseitig kaschierter Bahnen

Unterseitig kaschierte Dachbahnen (EVALASTIC® V/VGSK) werden am Bahnenende ca. 2 – 3 cm überlappt 7 mit Heißluft geheftet bzw. geklebt und mit einem mind. 16 cm breiten, unkaschierten Zuschnitt 8 überdeckt. Die Länge des Zuschnittes beträgt: Bahnenbreite + ca. 5 cm. An einem Zuschnittende sind die beiden Ecken abzurunden.

Grafik zum Text

 

Der Zuschnitt wird mittig auf dem Bahnenstoß so positioniert, dass das abgerundete Ende ca. 5 cm auf der vorher verlegten, am Stoß durchgehenden Bahn aufliegt. Das andere Zuschnittende schließt bündig mit den gestoßenen Bahnen ab. In dieser Position wird der Zuschnitt mit Heißluft mittig geheftet und umlaufend dichtgeschweißt.

Die unter dem abgerundeten Zuschnittende liegenden Längsnahtkanten der gestoßenen Bahnen sind auf einer Breite von jeweils ca. 5 bzw. 10 cm abzuschrägen. Ebenso die Längsnahtkanten am anderen Ende des Zuschnitts selbst in Überlappungsbreite.

Nach dem Abschrägen wird der Zuschnitt an seinen Längsrändern und am abgerundeten Ende dichtgeschweißt. Besonders sorgfältig sind die Abschrägungsbereiche mit Heißluft zu schweißen.

Der Schweißrand der nachfolgenden Bahn überlappt wiederum einen Längsrand der gestoßenen Bahnen und den Zuschnitt im Bereich der Abschrägung um mind. 4 cm. Auch hier sind die Abschrägungsbereiche sorgfältig mit Heißluft zu schweißen.

Grafik zum Text

 

5.3 Nahtkontrolle

Nachdem die Schweißnaht auf Umgebungstemperatur abgekühlt ist, soll die Dichtschicht ab der vorderen Nahtkante in der gesamten Schweißbreite (mind. 2 cm) fremdstofffrei verbunden und somit die Naht auf Dauer wasserdicht und hoch beanspruchbar sein. Die Gebrauchstauglichkeit der Abdichtung wird entscheidend von der Nahtqualität bestimmt.

Um ggf. vorhandene Fehlstellen zu lokalisieren, sind die Schweißnähte auf ihrer gesamten Länge zu kontrollieren, besonders sorgfältig an den T-Stößen.

Bild einer Nahtkontrolle mit einer Prüfnadel

Die Kontrolle entlang der Nahtkanten kann zerstörungsfrei und handwerkergerecht mit der alwitra-Prüfnadel erfolgen. 9

An Fehlstellen dringt die Prüfnadelspitze in die Nahtüberlappung ein. Fehlstellen sind mit Heißluft (Handschweißgerät) dicht zu schweißen. Schweißnähte auf Verbundblechwinkeln können nur mit einem Schältest geprüft werden, wozu die Abdichtung aufgeschnitten werden muss.

5.4 Prüfung der Dichtfunktion

5.4.1 Dichtigkeitsprüfung durch Wasseranstau

Dichtigkeitsprüfungen der Abdichtung durch Wasseranstau sind möglich, aber nicht zu empfehlen, da bei Undichtigkeiten größere Mengen Feuchtigkeit in das Dachschichtenpaket gelangen.

5.4.2 Dichtigkeitsprüfung durch Messverfahren

Fachunternehmen, z. B. Bauwerksdiagnostiker, können mit geeigneten Messmethoden die Dichtfunktion der Abdichtung prüfen. Das Ergebnis der Dichtigkeitsprüfung sollte im Abnahmeprotokoll festgehalten werden.

5.5 Schweißen bewitterter Bahnen

Bewitterte EVALASTIC®-Bahnen können in der Regel am Einbauort auch nach Jahren mit Neumaterial (EVALASTIC®) gefügt werden. Aufgrund erforderlicher, nutzungsbedingter Änderungen (Schließen von Durchbrüchen, Anschluss neuer Durchbrüche an die vorhandene Abdichtung) und Reparaturen infolge unsachgemäßer Nutzung sind Verschweißungen „neu auf alt“ mit folgenden Maßnahmen möglich:

  • evtl. vorhandene Verschmutzungen auf der bewitterten Oberfläche der Bahn im Überlappungsbereich sorgfältig mit entspanntem Wasser (Zugabe von z.B. Spülmittel) reinigen und abtrocknen
  • vorgereinigte Fläche mit einem, mit alwitra-Dachbahnenreiniger getränkten, sauberen Lappen intensiv abreiben und dabei angelöste Schmutzpartikel aufnehmen
  • die überlappenden Flächen müssen absolut trocken und frei von Verunreinigungen sein
  • EVALASTIC®-bzw. EVALASTIC® R-Bahnenzuschnitt mit Heißluft aufschweißen

Probeschweißungen sind auszuführen!
Die Schweißungen erfolgen mit Heißluft (Handschweißgerät)!

Bewitterte unkaschierte Bahnen können zweckmäßig, soweit ihre Unterseite frei von Verunreinigungen ist, auch mit untergelegtem Neumaterial verschweißt werden. Eingeschlossene Feuchtigkeit oder Nässe unterhalb der Bahnen kann zur Beeinträchtigung der Schweißbarkeit führen. Die beschriebene Vorbehandlung, insbesondere Trocknung, ist im Fügebereich erforderlich.


4 Informationen auf Anfrage bei alwitra.

5 Bedienungsanleitung des Automaten-Herstellers insbes. Anschlusswerte beachten! 230 V, 4600 W, 20 A / 380 V, 5000 W 15 A.

6 Bedienungsanleitung des Herstellers insbes. Anschlusswerte beachten! z. B. Leister, Modell Triac.

7 Vorteilhaft bei niedrigen Temperaturen.

8 16 cm breiter Zuschnitt bei mechanisch befestigten Dachbahnen, wenn z. B. Befestiger im Kopfstoß gesetzt werden.

9 Andere Prüfverfahren, z. B. Vakuumprüfung stehen dem Dachdecker i. d. R. nicht zur Verfügung.