4. Abdichtungskonzept für die Dachfläche

4.1 Verlegegrundsätze

Bemessung der Abdichtung

Die Abdichtung ist nach DIN 18531 „Dachabdichtungen – Abdichtungen von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen – Nicht genutzte und genutzte Dächer“ zu bemessen.

Anwendungsklasse K1 (Standardausführung)

Die Abdichtung sollte, außer bei intensiv begrünten Dächern mit Anstaubewässerung, so geplant und ausgeführt werden, dass Niederschlagswasser nicht lang anhaltend auf der Abdichtungsschicht stehen kann. Dazu sollte ein Mindestgefälle von 2 % geplant werden. Dächer der Anwendungsklasse K1 können auch ohne Gefälle gepant werden, wenn die Auswahl der Abdichtung die Anforderungen der Anwendungsklasse K2 erfüllen.

Bei Dachflächen mit einer Neigung bis ungefähr 5 % (3°) ist aufgrund zulässiger Ebenheitstoleranzen, der Durchbiegung des Tragwerks, vorhandenem Gegengefälle und aufgrund von Unebenheiten an Bahnenüberlappungen und -verstärkungen eine Pfützenbildung möglich. Soll Pfützenfreiheit erreicht werden, ist eine Neigung von mehr als 5 % zu planen.

Anwendungsklasse K2 (höherwertige Ausführung)

Die Abdichtung kann der Anwendungsklasse K2 zugeordnet werden. Bei K2 sind eine erhöhte Zuverlässigkeit, eine längere Nutzungsdauer und/oder ein geringerer Instandhaltungsaufwand zu erwarten.
Dies kann zum Beispiel bei höherwertiger Gebäudenutzung, Hochhäusern, Dächern und Dachflächen mit Solaranlagen oder mit haustechnischen Anlagen sinnvoll sein. Dächer der Anwendungsklasse K2 sind in der Fläche mit einem Gefälle von ≥ 2 % zu planen. Im Bereich von Kehlen sollte ein Gefälle von 1 % geplant werden.

Für EPDM-Bahnen (EVALASTIC®) gilt:
EVALASTIC®-Dachbahnen in der Dicke 1,5 mm (Dickenangabe ohne Kaschierung und/oder Selbstklebeschicht) erfüllen alle Anforderungen gem. DIN 18531 für nicht genutzte und genutzte Dächer.

Für nicht genutzte Dächer können auch EVALASTIC®-Dachbahnen in der Dicke 1,3 mm (Dickenangabe ohne Kaschierung und/oder Selbstklebeschicht) eingesetzt werden.

Bei einer Dachneigung ≤ 2% empfehlen wir EVALASTIC®-Dachbahnen in der Dicke 1,5 mm.

Kennzeichnung nach DIN 18531

Zum Beispiel für EVALASTIC® VGSK mit Kaschierung aus Polyestervlies/Glasvlies und Selbstklebeschicht
DE/E1 EPDM-BV-K-PV-GV-SK 1,5

DE = Dachabdichtung einlagig
E1 = Eigenschaftsklasse 1
EPDM= Werkstoffbezeichnung
BV = bitumenverträglich
K = Kaschierung
PV = Polyestervlies
GV = Glasvlies
SK = Selbstklebeschicht
1,5 = Dicke der Bahn in mm ohne Kaschierung

 

 

» Nahtüberlappung

EVALASTIC®-Dachbahnen sind an einem Längsrand durch mehrere unterbrochene Linien markiert. Diese Markierungen können als Anlegekante für die jeweilige Überlappungsbreite genutzt werden und betragen

  • ca. 5 cm für die Verklebung und lose Verlegung unter Auflast (Mindestüberdeckung 4 cm)
  • ca. 11 cm bei Lastverteilteller-Größe 40 x 82 mm
  • ca. 12 cm bei Lastverteilteller-Größe Ø 50 mm

Skizze zum Text

Bei Verlegung auf unkaschiertem Polystyrol-Hartschaum (z. B. EVALASTIC® V, lose verlegt mit Auflast) sollte die Überlappungsbreite mind. 6 cm betragen, ggf. sind die Dämmplatten durch geeignete Maßnahmen gegen das Einströmen der Heißluft im Überlappungsbereich der Bahnen zu schützen, um eine Schädigung des Dämmstoffes zu vermeiden.

» Verlegefolge

Die Nahtüberlappungen können, unabhängig von Ausrüstung und Verlegeart der Bahnen, wegen der fremdstofffreien, homogenen Nahtfügung (Verschweißung), sowohl mit als auch gegen den „Wasserlauf“ angeordnet werden. Bei Anordnung mit dem „Wasserlauf“ besteht bei einsetzenden Niederschlägen während der Abdichtungsarbeiten die Gefahr einer Unterströmung der bereits verlegten Bahnen.

Skizze zum Text

» „Trennung“ der Abdichtung

Die Abdichtung der Dachfläche wird grundsätzlich von der Abdichtung einer Attika und von einem Anschluss an aufgehende Bauteile „getrennt“. Die Bahnen werden aber grundsätzlich aus der Fläche ca. 5 cm an Attiken und aufgehenden Bauteilen hochgeführt. Dämmstoffkeile oder ähnliches sind bei Kunststoffbahnen nicht erforderlich.

Skizze zum Text

» Verlegerichtung

EVALASTIC®-Dachbahnen können grundsätzlich sowohl parallel als auch senkrecht zur Dachneigung verlegt werden. Bei mechanischer Befestigung der Dachbahnen in der Nahtüberlappung auf Stahltrapezprofilen oder Holzschalung sind die Bahnen in der Regel quer zur Spannrichtung der Bleche bzw. Schalbretter (Nut und Feder) zu verlegen.

Skizze zum Text

» Lage der Kopfstöße

Am Bahnenende, d. h. in der Regel nach 25 m, werden die unterseitig kaschierten EVALASTIC® V/VGSK-Dachbahnen stumpf gestoßen oder ca. 2 – 3 cm überlappt, ggf. mit Heißluft geheftet und mit einem mind. 16 cm breiten, unkaschierten Zuschnitt überdeckt.

Skizze zum Text

Kreuzstöße sind zu vermeiden!

Kreuzstöße werden durch versetzte Anordnung der Bahnenenden vermieden.

2 Skizzen zum Text (mit und ohne Versatz)

» Verarbeitung bei kühler Witterung

Bei kühlen Umgebungstemperaturen können sich nach der Verlegung (insbesondere bei warmer Witterung) geringfügig Wellen in den Dachbahnen abzeichnen.

» Verlegetipp

Bahnen an einem Kopfende mechanisch fixieren und während der Verlegung abschnittsweise leicht flächig erwärmen und straff ziehen.

» Ausbildung von Bewegungsfugen

Abdichtung von Fugen des Typs I (DIN 18531):
Über der Fuge kann die Dachabdichtung vereinfacht in ebener Ausführung durchlaufen. Bei Dachabdichtungen aus EVALASTIC®-Bahnen können über Fugen

Typ 1

  • im verklebten Aufbau mit Bewegungen bis 5 mm eben durchgeführt werden
  • bei lose verlegten EVALASTIC®-Bahnen bis 10 mm über den Fugen durchgezogen werden, wenn die Bahnen im Fugenbereich unterstützt sind.

Abdichtung von Fugen des Typs II (DIN 18531):
Unter Berücksichtigung der Größe und Häufigkeit der Fugenbewegungen ist die Art der Abdichtung im Einzelfall über der Fuge festzulegen, z. B.

Skizze zum Text

  • durch schlaufenartige Anordnung der EVALASTIC®-Zuschnitte inklusive geeigneter Stützprofile (z.B. geschäumte PE-Rundschnur) bei Bewegungen bis 25 mm (Fugenbreite bis 30 mm).

Fugenausbildungen des Typs II können aus der Abdichtungsebene herausgehoben werden, z. B. durch Anordnung von Dämmstoffkeilen oder durch Aufkantungen. Teilflächen von
Dächern, die durch Heraushebungen getrennt werden, sind unabhängig voneinander zu entwässern.

4.2 Auswahl der Bahnen-/Zuschnittbreiten

Die Konfektionierung in abgestuften Dachbahnen und Zuschnittbreiten ermöglicht für jede Dachgeometrie und Verlegeart (siehe Abschnitt 6) ein schnelles und beinahe verschnittfreies Verlegen.

  • Für lose zu verlegende Dachbahnen (EVALASTIC® V) mit Auflast können bis zu 1,55 m breite Bahnen verwendet werden.
  • Für lose zu verlegende und mechanisch in der Nahtüberlappung zu befestigende Dachbahnen werden EVALASTIC® V-Bahnen in der Regel nach alwitra-Befestigungsplan verwendet. Hierfür stehen in Abhängigkeit der erforderlichen Befestigeranzahl 1,05 m / 1,55 m breite Bahnen und 0,54 m / 0,79 m breite Zuschnitte zur Verfügung.
  • Für zu klebende Dachbahnen (EVALASTIC® V) können in Abhängigkeit vom Verfahren (Einrollen/Klappen) 1,55 m oder 1,05 m breite Bahnen oder EVALASTIC® VGSK mit unterseitiger Selbstklebeschicht in 1,05 m Bahnenbreite auf geeignetem Untergrund verwendet werden.